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Fallbeispiel:
Verteilzeitaufnahme in der Metallverarbeitung – 18 % Kostensenkung durch aktualisierte Zuschlagsätze

Ausgangssituation

Ein mittelständisches Unternehmen der Metallverarbeitung mit rund 250 Mitarbeitenden stellte fest, dass seine Zuschlagsätze für die Fertigung nicht mehr den realen Bedingungen entsprachen.

Die bisherigen Werte basierten auf älteren Annahmen – Veränderungen in Abläufen, Technologien und Arbeitsorganisation waren nicht berücksichtigt worden.

Die Folge:

  • ungenaue Kalkulationen und Kostenabweichungen,
  • überhöhte oder zu niedrige Verrechnungssätze,
  • fehlende Transparenz in den produktiven und unproduktiven Zeitanteilen.

Ziel der Beratung

  • Ermittlung realer Verteilzeiten in der Produktion
  • Aktualisierung der Zuschlagsätze für Kalkulation und Planung
  • Erhöhung der Kostentransparenz und Vergleichbarkeit
  • Identifikation von Verbesserungspotenzialen durch systematische Zeitbewertung

Projekt auf einen Blick

Projektart

Verteilzeitermittlung nach REFA

Projektzeitraum

6 Projektwochen

Beteiligte Berater

2 Berater

Vorgehensweise

  1. Analysephase:
    • Sichtung vorhandener Kalkulationsgrundlagen und Zeitdatensätze
    • Auswahl repräsentativer Fertigungsbereiche und Mitarbeitergruppen
  2. Datenerhebung:
    • Durchführung einer Multimomentaufnahme über mehrere Tage und Schichten
    • Erfassung von Tätigkeitsarten (wertschöpfend / nicht wertschöpfend)
    • Klassifizierung der Verteilzeiten (sachlich / persönlich)
  3. Auswertung:
    • Statistische Auswertung der Beobachtungen
    • Berechnung von Mittelwerten und Streuungsbreiten
    • Ermittlung neuer Zuschlagsätze nach REFA-Systematik
  4. Umsetzung:
    • Präsentation der Ergebnisse an Geschäftsführung und Controlling
    • Integration der neuen Werte in ERP und Kalkulation
    • Schulung der Verantwortlichen in der Anwendung der neuen Zuschlagsätze

Fachliche Umsetzung

Methodik: REFA-Methodenlehre – Zeitaufnahmen, Multimomentstudie, statistische Auswertung
Fokus: Metallverarbeitung (Zerspanung, Montage, Qualitätssicherung, innerbetrieblicher Transport)

Die REFA: Suisse Berater führten eine umfassende Verteilzeitaufnahme über mehrere Schichten und Tätigkeitsbereiche hinweg durch.
Dabei wurden sowohl sachliche Verteilzeiten (störungs- oder auftragsbedingte Unterbrechungen) als auch persönliche Verteilzeiten (z. B. Pausen, kurze Unterbrechungen) erhoben und ausgewertet.

Schwerpunkte:

  • Vorbereitung und Schulung der beteiligten Mitarbeitenden
  • Durchführung der Multimomentaufnahme in allen Schichten
  • Erfassung von Tätigkeitsarten und Zeitanteilen nach REFA-Klassifikation
  • Statistische Auswertung der Beobachtungen und Berechnung der Verteilzeitanteile
  • Ableitung neuer Zuschlagsätze und Anpassung der Kalkulationsgrundlagen

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Die bisherigen Zuschlagsätze basierten auf Annahmen, die teils 10 Jahre alt waren.
  • Hohe sachliche Verteilzeiten resultierten aus Materialengpässen und Wartezeiten.
  • Persönliche Verteilzeiten lagen im Durchschnitt im Normbereich (4–5 %).

Ergebnisse:

  • Aktualisierte Zuschlagsätze für alle Fertigungsbereiche nach REFA-Systematik
  • Reduktion der kalkulatorischen Fertigungskosten um 18 %
  • Erhöhte Kostentransparenz in Planung und Controlling
  • Verbesserte Vergleichbarkeit zwischen Arbeitsplätzen und Schichten
  • Grundlage für kontinuierliche Zeitwirtschaft und Prozessoptimierung geschaffen

Fazit

Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, Verteilzeiten regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren.
Durch die Anwendung der REFA-Methodik konnte das Unternehmen valide Zeitanteile erfassen, die heute als Basis für realistische Zuschlagsätze und eine präzise Kostenrechnung dienen.
Die objektiven Ergebnisse fördern Akzeptanz bei Mitarbeitenden und Management gleichermaßen – und bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen in Kalkulation, Planung und Organisation.

Empfehlungen

Für produzierende Unternehmen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Regelmäßige Aktualisierung der Zuschlagsätze (alle 3–5 Jahre)
  • Durchführung von Multimomentstudien nach REFA-Standard
  • Einbindung der Mitarbeitenden zur Akzeptanzsteigerung
  • Nutzung der Ergebnisse für kontinuierliche Verbesserungsprozesse
  • Verbindung von Verteilzeitermittlung mit Prozessoptimierung und Kostenanalyse