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Fallbeispiel:
Rüstzeitreduzierung in der Kunststoffspritzgussfertigung – 38 % weniger Stillstandszeit in 6 Wochen

Ausgangssituation

Ein mittelständischer Hersteller technischer Kunststoffteile belieferte mehrere Branchen – unter anderem Automobilzulieferer, Elektrotechnik und Medizintechnik.
Mit steigender Produktvielfalt nahm jedoch auch die Häufigkeit der Werkzeugwechsel zu.

Die Folge:

  • hohe Maschinenstillstandszeiten durch lange Rüstvorgänge,
  • sinkende Anlagenverfügbarkeit,
  • ungenutzte Produktionskapazitäten,
  • und steigende Stückkosten in der Fertigung.

Ziel der Beratung

  • Reduktion der Rüstzeiten an Spritzgussmaschinen
  • Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit
  • Senkung der Stillstands- und Rüstkosten
  • Einführung von Standards zur nachhaltigen Effizienzsteigerung
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Rüstprozesse und Verschwendung

Projekt auf einen Blick

Projektart

Rüstzeitoptimierung mit SMED

Projektzeitraum

6 Projektwochen

Beteiligte Berater

2 Berater

Vorgehensweise

  1. Analysephase:
    • Detaillierte Zeitaufnahmen der Rüstprozesse
    • Klassifizierung in interne (Maschine steht) und externe (Maschine läuft) Tätigkeiten
  2. Auswertungsphase:
    • Ermittlung der Rüstzeitanteile nach Tätigkeitsart
    • Identifikation von Engpässen, Suchzeiten und organisatorischen Schwachstellen
  3. Umsetzungsphase:
    • Umwandlung interner in externe Rüstvorgänge (Vorbereitung parallel zur Produktion)
    • Einführung von Rüstwagen, Werkzeugbereitstellung und standardisierten Abläufen
    • Visuelle Unterstützung durch Checklisten und 5S-Methodik
  4. Nachhaltigkeit:
    • Schulung der Rüster und Teamleiter
    • Festlegung von Kennzahlen zur regelmäßigen Überwachung
    • Einbindung der Ergebnisse in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP)

Fachliche Umsetzung

Methodik: SMED, Methodenberatung nach REFA, Zeitaufnahmen und Ablaufanalysen
Fokus: Spritzgussmaschinen, Werkzeugwechsel, Produktionslogistik

Die REFA: Suisse Berater analysierten die gesamten Rüstprozesse an vier repräsentativen Maschinen.
Ziel war es, interne und externe Rüstvorgänge zu trennen, standardisierte Abläufe zu entwickeln und technische wie organisatorische Verbesserungen umzusetzen.

Schwerpunkte:

  • Erfassung und Videoanalyse der Rüstvorgänge (Ist-Zustand)
  • Identifikation nicht wertschöpfender Tätigkeiten und Wartezeiten
  • Bewertung der einzelnen Schritte hinsichtlich Dauer, Ablauf und Störungseinfluss
  • Entwicklung eines Soll-Prozesses mit klarer Aufgabenverteilung und Checklisten
  • Durchführung von Schulungen und Umsetzung vor Ort

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Rund 40 % der Rüstzeit entfielen auf unstrukturierte Abläufe und Suchzeiten.
  • Fehlende Werkzeugvorbereitung verursachte Wartezeiten und Prozessunterbrechungen.
  • Verantwortlichkeiten waren nicht klar definiert.

Ergebnisse:

  • Rüstzeitreduzierung um 38 % an den untersuchten Spritzgussmaschinen
  • Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit um 12 %
  • Einsparpotenzial: rund 290.000 € pro Jahr durch reduzierte Stillstandszeiten
  • Standardisierte Rüstprozesse mit klarer Rollenverteilung
  • Motivierte Mitarbeitende, die durch ihre Einbindung Verbesserungsvorschläge aktiv umsetzten

Fazit

Das Projekt verdeutlicht, wie SMED in Verbindung mit der REFA-Methodik ein effektives Instrument zur Effizienzsteigerung in der Fertigung ist.
Durch die strukturierte Analyse und praxisnahe Umsetzung konnte das Unternehmen in kurzer Zeit messbare Ergebnisse erzielen:
geringere Stillstandszeiten, höhere Produktivität und stabilere Abläufe.
Die Methode wurde anschließend auf weitere Produktionslinien übertragen – mit ähnlich positiven Resultaten.

Empfehlungen

Für Unternehmen mit häufigen Rüstvorgängen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Einführung der SMED-Methode in allen relevanten Produktionsbereichen
  • Trennung interner und externer Rüstprozesse als Standard
  • Schulung der Mitarbeitenden in Rüsttechnik und Prozessanalyse
  • Verknüpfung mit Lean-Methoden wie 5S und Standard Work
  • Regelmäßige Zeitaufnahmen zur Erfolgskontrolle und Prozesspflege