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Fallbeispiel:
Prozessoptimierung in der Pharmaindustrie – Effizienzsteigerung und reduzierte Kapitalbindung

Ausgangssituation

Die hohen regulatorischen Anforderungen führten zu umfangreichen Dokumentationspflichten und entsprechend langen Freigabezeiten. Gleichzeitig waren die Rüstprozesse sehr aufwendig und wiesen je nach Mitarbeitendem deutliche Variationen auf.

Zudem kam es immer wieder zu Wartezeiten auf QA-Freigaben und die Bereitstellung von Material, was den Produktionsfluss zusätzlich beeinträchtigte. Maschinen standen häufig still, weil Prioritäten unklar waren und die Schnittstellenkoordination nicht zuverlässig funktionierte.
Insgesamt war das Team durch wiederkehrende Arbeitsspitzen und zeitkritische Batch-Freigaben spürbar belastet.

Ziel der Beratung

  • Reduktion von Rüst- und Wechselzeiten
  • Glättung der Abläufe unter GMP-Bedingungen
  • Schnellere, transparente Übergaben zwischen Produktion & QA/QC
  • Sicherstellung einer stabilen, planbaren und regulatorisch konformen Produktion

Projekt auf einen Blick

Projektart

Prozessanalyse und Effizienzsteigerung in der pharmazeutischen Produktion

Projektzeitraum

8 Projektwochen

Beteiligte Berater

2 Berater

Vorgehensweise

  • Prozessaufnahme & Multimomentanalyse
    Erfassung realer Tätigkeitsanteile (Produktion, Rüsten, Dokumentation, QA-Wartezeiten).

  • Materialfluss- und Layoutanalyse
    Bewertung der Wege, Übergabepunkte und Materialbereitstellung (inkl. Reinraumlogistik).

  • Analyse von Dokumentations- & QA-Prozessen
    Identifikation von Engpässen in der GMP-Dokumentation und Freigabekaskade.

  • Rüstzeit- und Set-up-Analyse (SMED-orientiert)
    Systematische Trennung interner und externer Rüstanteile.

  • Definition eines Maßnahmenplans
    Optimierungsschritte inkl. Compliance- und Validierungsanforderungen.

  • Umsetzung erster Quick Wins
    Verbesserung von Materialbereitstellung, Rollenverteilung und Dokumentationsabläufen.

Fachliche Umsetzung

Methodik: Strukturierte Analyse nach REFA kombiniert mit Lean-Ansätzen und GMP-konformen Optimierungsmaßnahmen.
Fokus: Reduktion von Rüst- und Wartezeiten, Verbesserung der Prozessstabilität, Entlastung des Produktionsteams

Die REFA: Suisse Berater führten eine präzise Analyse der pharmazeutischen Produktionsabläufe durch und kombinierten Zeitaufnahmen mit gezielten Prozessbeobachtungen. Bereits nach kurzer Zeit standen verlässliche Erkenntnisse zu Rüstzeiten, Wartephasen und regulatorisch bedingten Verzögerungen zur Verfügung, die direkt in erste Optimierungsmaßnahmen einflossen.

Schwerpunkte:

  • Zeitaufnahme an ausgewählten Produktions- und Rüstarbeitsplätzen
  • Identifikation aller unproduktiven Tätigkeiten
  • Soll-/Ist-Vergleich bestehender Abläufe
  • Optimierung der Materialbereitstellung und Arbeitsreihenfolge
  • Definition realistischer und GMP-konformer Vorgabezeiten

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Dokumentations- und Freigabeprozesse waren ein wesentlicher Taktgeber der Produktion
  • 30–40 % der Maschinenstillstandzeiten wurden durch fehlende Materialbereitstellung verursacht
  • Rüstprozesse hatten hohes Standardisierungspotenzial
  • Schnittstellen zwischen Produktion, QA und Intralogistik erzeugten unnötige Schleifen
  • Mitarbeitende äußerten Bedarf an klareren Priorisierungen und abgestimmten Produktionsfenstern

Ergebnisse:

  • 20–30 % kürzere Rüstzeiten durch klar definierte externe Vorbereitungsschritte
  • Deutliche Reduktion von Wartezeiten durch abgestimmte QA-Freibabeprozesse
  • Verbesserte Maschinenverfügbarkeit dank standardisierter Abläufe
  • Höhere Planungssicherheit aufgrund transparenter Prozessverantwortlichkeiten
  • Entlastung des Teams, insbesondere in der Dokumentation und Batch-Bearbeitung

Fazit

Durch die Kombination aus REFA-Methodik, Lean-Ansätzen und strengem GMP-Fokus konnten die pharmazeutischen Produktionsprozesse deutlich stabilisiert, Rüstzeiten reduziert und Freigabeprozesse beschleunigt werden. Das Ergebnis: mehr Planbarkeit, weniger Belastung und höhere Effizienz bei gleichbleibend hoher Produktqualität.

Empfehlungen

Für produzierende Unternehmen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Regelmäßige Prozessanalysen zur Identifikation von Engpässen
  • Nutzung von Zeitstudien und Prozessdaten als Entscheidungsgrundlage
  • Einbindung von Mitarbeitenden zur Sicherung der Akzeptanz von Veränderungen
  • Integration von Lean- und REFA-Methoden in der Produktionssteuerung
  • Kontinuierliche Optimierung von Material- und Informationsflüssen