Ein süddeutscher Automobilzulieferer, spezialisiert auf mechatronische Baugruppen, stand vor der Herausforderung, seineMontageprozesse hinsichtlich Produktivität und Wirtschaftlichkeitzu überprüfen. In den vergangenen Jahren waren Variantenvielfalt, Produktionsvolumen und Qualitätsanforderungen deutlich gestiegen – gleichzeitig zeigten sichineffiziente Abläufe, unklare Verantwortlichkeiten und steigende Prozesskosten.
Herausforderungen im Überblick:
Hoher Anteil an unproduktiven Zeiten und Wartephasen
Ungleichmäßige Auslastung der Arbeitsstationen
Mangelnde Transparenz über Prozesszeiten und Schnittstellen
Fehlende Datengrundlage für eine belastbare Kalkulation
Das Unternehmen beauftragteREFA: Suisse, einestrukturiere Prozessanalyse mit Potenzialbewertungin der Montage durchzuführen, um Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen und konkrete Handlungsfelder zu definieren.
Ziel der Beratung
Transparente Darstellung der Montageprozesse mit Kennzahlenbasis
Aufdeckung von Verschwendungen und organisatorischen Schwachstellen
Bewertung von Potenzialen zur Effizienzsteigerung
Ableitung konkreter Maßnahmen für Produktivitätsverbesserungen
Projekt auf einen Blick
Projektart
Prozessanalyse und Potenzialbewertung in der Montage
Projektzeitraum
8 Projektwochen
Beteiligte Berater
2 Berater
Vorgehensweise
Analysephase:
Aufnahme der Abläufe, Wege und Prozesszeiten an den relevanten Arbeitsstationen
Erfassung der Tätigkeitsarten (wertschöpfend / nicht wertschöpfend)
Datenerhebung über drei Schichten hinweg zur Erhöhung der Aussagekraft
Bewertungsphase:
Erstellung einer Potenzialbewertung nach REFA-Systematik
Quantifizierung der Verbesserungspotenziale (Zeit, Fläche, Personal)
Identifikation von Prozessgruppen mit dem höchsten Wirkungsgrad
Maßnahmenentwicklung:
Formulierung von Verbesserungsansätzen für Layout, Organisation und Ablauf
Empfehlungen zur Standardisierung und Qualifizierung der Mitarbeitenden
Integration von Lean-Methoden (z. B. 5S, KVP, Kaizen-Workshops)
Ergebnistransfer:
Präsentation der Ergebnisse mit Kennzahlenvergleich
Erstellung eines Maßnahmenplans mit Umsetzungsprioritäten
Fachliche Umsetzung
Methodik: Methodenberatung nach REFA, Multimomentaufnahme, Zeitaufnahme, Prozessbewertung Fokus:Serienmontage, Materialfluss, Personal- und Arbeitsplatzorganisation
Die REFA: Suisse Berater führten eine ganzheitliche Analyse der Montageprozesse über mehrere Schichten hinweg durch. Dabei wurden sowohl quantitative Daten (Zeitaufnahmen, Prozesszeiten, Auslastungen) als auch qualitative Aspekte (Organisation, Schnittstellen, Arbeitsbedingungen) berücksichtigt.
Schwerpunkte:
Erfassung der Ist-Prozesse mittels Prozessbeobachtung und Multimomentaufnahme
Ermittlung produktiver, unproduktiver und verteilter Zeiten
Bewertung der Arbeitsverteilung zwischen Mensch, Maschine und Logistik
Identifikation von Engpässen, Redundanzen und Kommunikationsdefiziten
Erstellung einer Potenzialmatrix zur Priorisierung der Verbesserungsthemen
In der Montage wurden durchschnittlich27 % der Gesamtzeitnicht wertschöpfend genutzt.
Arbeitsstationen waren unterschiedlich ausgelastet, wodurch Wartezeiten entstanden.
Potenziale im Materialfluss und in der Informationsweitergabe blieben ungenutzt.
Mitarbeitende verfügten über wertvolles Prozesswissen, das bislang nicht strukturiert einfloss.
Ergebnisse:
Produktivitätssteigerungspotenzial:18 % bei gleichbleibender Belegschaft
Wegezeitreduktion:25 % durch Umstrukturierung der Montageplätze
Bessere Transparenz:Einführung von Prozesskennzahlen und Tätigkeitsstrukturen
Einsparpotenzial:ca. 320.000 € jährlich durch optimierte Abläufe und Flächenorganisation
Fazit
Das Projekt verdeutlichte, dass selbst in etablierten Produktionsumgebungensignifikante Effizienzpotenzialebestehen. Durch die systematischeProzessanalyse nach REFA-Methodikwurde Transparenz geschaffen und die Grundlage für eine gezielte Optimierung gelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichten nicht nur eine direkte Kostenreduktion, sondern auch die Einführung einerkontinuierlichen Verbesserungskulturin der Montageorganisation.
Empfehlungen
Für produzierende Unternehmen empfiehlt REFA: Suisse:
Regelmäßige Prozessanalysen zur Ermittlung von Effizienzreserven
Anwendung der REFA-Methodik zur belastbaren Datengrundlage
Schulung der Führungskräfte in Potenzialbewertung und Lean Management
Kombination aus Datenanalyse, Mitarbeiterintegration und visueller Prozesssteuerung
Aufbau einer unternehmensweiten KVP-Struktur zur nachhaltigen Verbesserung