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Fallbeispiel:
Planzeitermittlung in der mechanischen Fertigung

Ausgangssituation

Ein metallverarbeitendes Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden produziert präzise Dreh- und Frästeile für den Maschinen- und Anlagenbau.
Die Fertigung war technisch auf einem hohen Niveau, jedoch fehlten aktuelle Planzeiten als Grundlage für Kalkulation, Arbeitssteuerung und Leistungsbewertung.

Dadurch kam es zu:

  • ungenauen Vorgabezeiten in der Produktionsplanung,
  • fehlerhaften Kalkulationen bei Kundenangeboten,
  • ungleichen Arbeitsbelastungen in den Fertigungsbereichen,
  • und eingeschränkten Vergleichsmöglichkeiten zwischen Schichten.

Ziel der Beratung

  • Aufbau eines vollständigen Planzeitkatalogs für die mechanische Fertigung
  • Erhöhung der Kalkulationssicherheit und Produkttransparenz
  • Vergleichbarkeit von Prozessen und Arbeitsgängen
  • Reduktion von Zeitverlusten durch realistische Vorgabezeiten
  • Schulung der Führungskräfte in der Planzeitanwendung

Projekt auf einen Blick

Projektart

Planzeitermittlung nach REFA

Projektzeitraum

8 Projektwochen

Beteiligte Berater

1 Berater

Vorgehensweise

  1. Analysephase:
    • Sichtung der bestehenden Zeitvorgaben und ERP-Daten
    • Auswahl repräsentativer Arbeitsplätze und Fertigungsprozesse
  2. Datenerhebung:
    • Durchführung von Zeitaufnahmen nach der REFA-Methodenlehre
    • Beobachtung realer Arbeitsabläufe (manuell und maschinell)
    • Dokumentation der Einflussgrößen (Teilegeometrie, Werkzeug, Losgröße etc.)
  3. Auswertung und Planzeitbildung:
    • Bildung von Planzeiten für Grund-, Rüst- und Verteilzeiten
    • Ableitung von Vergleichs- und Richtwerten für ähnliche Prozesse
  4. Implementierung:
    • Integration der Planzeiten in die ERP-/BDE-Systeme
    • Schulung der Arbeitsvorbereitung zur eigenständigen Pflege und Nutzung
    • Erstellung eines Planzeit-Handbuchs für künftige Projekte

Fachliche Umsetzung

Methodik: REFA-Methodenlehre zur Zeitermittlung, Ablaufstudien, Multimomentaufnahmen
Fokus: Mechanische Fertigung (Drehen, Fräsen, Bohren, Entgraten, Prüfen)

Der REFA: Suisse Berater führte eine systematische Aufnahme und Bewertung der Fertigungszeiten durch – mit dem Ziel, Grundzeiten, Verteilzeiten und Rüstzeiten objektiv zu erfassen.

Schwerpunkte:

  • Analyse der bestehenden Prozesszeiten und Maschinenbelegungsdaten
  • Durchführung von Zeitaufnahmen und Ablaufstudien an repräsentativen Arbeitsplätzen
  • Ermittlung der Planzeiten nach REFA-Klassifikation (Grund-, Rüst-, Verteilzeit)
  • Dokumentation der Ergebnisse in einem Planzeitkatalog
  • Schulung der Meister und Arbeitsvorbereiter zur Anwendung der neuen Zeitdaten

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Viele Fertigungszeiten waren historisch gewachsen und nicht mehr realitätsnah.
  • Rüstprozesse unterschieden sich stark zwischen Bedienern.
  • Fehlende Planzeiten führten zu ineffizienter Kapazitätsplanung.

Ergebnisse:

  • Planzeitkatalog erstellt für alle relevanten Bearbeitungsprozesse (Drehen, Fräsen, Bohren)
  • Kalkulationssicherheit um 25 % verbessert durch verlässliche Zeitgrundlagen
  • Rüstzeitreduzierung um 15 % durch Standardisierung der Abläufe
  • Transparente Steuerung von Fertigung und Kapazitäten
  • Einsparpotenzial: rund 180.000 € jährlich durch optimierte Zeitvorgaben und geringere Fehlkalkulationen

Fazit

Das Projekt zeigt, wie die Ermittlung von Planzeiten nach REFA-Methodik eine solide Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen schafft.
Durch die objektive Erfassung und Auswertung der Zeiten konnte das Unternehmen Kalkulationssicherheit, Prozessstabilität und Mitarbeitertransparenz deutlich erhöhen.
Die Planzeiten dienen heute als fester Bestandteil der Arbeitsplanung und Leistungsbewertung – und unterstützen kontinuierliche Verbesserungsprozesse im gesamten Betrieb.

Empfehlungen

Für produzierende Unernehmen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Planzeiten
  • Standardisierte Zeitermittlung nach REFA-Methodik
  • Integration der Planzeiten in ERP- und Kalkulationssysteme
  • Schulung von Meistern und Arbeitsvorbereitern in Zeitdatentechnik
  • Kombination mit Potenzialanalyse zur kontinuierlichen Prozessoptimierung