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Fallbeispiel:
Objektive Leistungsanalyse im kommunalen Facility Management

Ausgangssituation

In einer mittelgroßen Kommune kam es zunehmend zu Diskussionen über die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gebäudereinigung.

  • Beschwerden über Reinigungsqualität in Schulen
  • Steigende Kosten in den letzten Haushaltsjahren
  • Unterschiedliche Einschätzungen zwischen Verwaltung, Objektleitung und Dienstleister
  • Fehlende Transparenz über tatsächliche Leistungsumfänge

Die vorhandenen Leistungsverzeichnisse basierten auf historischen Annahmen und pauschalen Quadratmeterkennzahlen. Eine objektive, datenbasierte Grundlage für politische und vergaberechtliche Entscheidungen fehlte.

Ziel der Beratung

Ziel des Projekts war es,

  • die tatsächlichen Leistungsanforderungen objektbezogen zu definieren
  • realistische Zeit- und Mengengerüste zu ermitteln
  • die Qualität systematisch zu bewerten
  • eine belastbare Grundlage für die bevorstehende Neuausschreibung zu schaffen
  • wirtschaftliche Potenziale transparent aufzuzeigen

Im Fokus stand nicht eine kurzfristige Kostensenkung, sondern eine fachlich saubere und argumentationssichere Entscheidungsbasis.

Projekt auf einen Blick

Projektart

Strukturierte Leistungsanalyse und Kennzahlenbildung im Facility Management
(Schwerpunkt: Unterhaltsreinigung in kommunalen Liegenschaften)

Projektzeitraum

6 Wochen Gesamtprojektlaufzeit
(inkl. Vor-Ort-Analyse, Auswertung und Ergebnispräsentation)

Beteiligte Berater

2 Berater

Vorgehensweise

Die Analyse erfolgte in mehreren strukturierten Schritten:

1. Objekt- und Leistungsanalyse
Erfassung der Raumarten, Flächenstrukturen, Nutzungsintensitäten und spezifischen Anforderungen je Gebäude.

2. Leistungsdefinition
Präzise Definition von Reinigungsarten, Frequenzen und Qualitätsstandards – objektbezogen statt pauschal.

3. Zeitermittlung vor Ort
Stichprobenbasierte Zeitaufnahmen und Bewertung der tatsächlichen Arbeitsabläufe unter realen Bedingungen.

4. Qualitätsprüfung
Systematische Bewertung der erbrachten Leistungen anhand klar definierter Prüfkriterien.

5. Kennzahlenbildung & Vergleich
Ermittlung belastbarer Leistungskennzahlen und Abgleich mit Referenzwerten vergleichbarer Objekte.

Alle Ergebnisse wurden nachvollziehbar dokumentiert und transparent aufbereitet.

Fachliche Umsetzung

Methodik: Strukturierte Leistungsanalyse, objektbezogene Zeitermittlung, Qualitätsbewertung, Kennzahlenbildung
Fokus: Unterhaltsreinigung in Schulen und Verwaltungsgebäuden

Die Analyse wurde als kompakte, aber methodisch fundierte Vor-Ort-Untersuchung durchgeführt.

Bereits nach kurzer Projektlaufzeit lagen belastbare Ergebnisse zu Leistungsumfängen, Zeitansätzen, Qualitätsabweichungen und wirtschaftlichen Potenzialen vor.

Schwerpunkte:

  • Objektbezogene Analyse von Raumarten, Flächenstrukturen und Nutzungsintensität
  • Zeitermittlung an repräsentativen Bereichen unter realen Arbeitsbedingungen
  • Identifikation unproduktiver Anteile (Wegezeiten, Doppelarbeiten, Wartezeiten, organisatorische Schnittstellen)
  • Soll-/Ist-Vergleich zwischen Leistungsverzeichnis und tatsächlicher Ausführung
  • Bewertung bestehender Reinigungsfrequenzen und Qualitätsanforderungen
  • Ableitung realistischer Zeit- und Personalansätze als Grundlage für Ausschreibung und Budgetplanung

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Über 15 % der analysierten Arbeitszeit entfielen auf organisatorisch bedingte Nebenzeiten (Wege, Suchzeiten, unklare Zuständigkeiten).
  • Leistungsdefinition und tatsächliche Ausführung wichen in mehreren Bereichen voneinander ab.
  • Bereits kleinere Anpassungen in Materialbereitstellung, Tourenplanung und Objektstruktur zeigten unmittelbar messbare Effekte.
  • Transparente Zeit- und Mengengerüste verbesserten die Nachvollziehbarkeit gegenüber Verwaltung und politischen Gremien deutlich.

Ergebnisse:

  • 18 % höherer Durchsatz direkt nach Umsetzung
  • 0,5 FTE weniger Personalbedarf durch effizientere Abläufe
  • Stabilere Produktionsplanung dank realistischen Vorgabezeiten
  • Kein zusätzlicher Investitionsbedarf – reine Organisationsoptimierung

Fazit

Die strukturierte Facility-Management-Analyse schuf Transparenz über Leistung, Qualität und Kosten.

Statt Diskussionen auf Basis subjektiver Wahrnehmungen konnte die Kommune künftig:

  • wirtschaftlich fundiert planen
  • vergabesicher entscheiden
  • Qualitätsanforderungen klar definieren
  • politische Gremien sachlich informieren

Das Projekt zeigt:
Im kommunalen Facility Management ist Transparenz kein Zusatznutzen – sondern Voraussetzung für wirtschaftliche Steuerung.

Empfehlungen

Für Kommunen und Organisationen mit eigenem oder vergebenem Facility Management empfehlen wir:

  • Regelmäßige, strukturierte Leistungsanalysen zur Aktualisierung von Zeit-, Mengen- und Qualitätsgrundlagen
  • Systematische Identifikation organisatorisch bedingter Nebenzeiten (Wege, Schnittstellen, Abstimmungsaufwand)
  • Überprüfung und Anpassung von Reinigungsfrequenzen sowie Leistungsdefinitionen an tatsächliche Nutzungsbedingungen
  • Klare Dokumentation von Leistungskennzahlen als Grundlage für Ausschreibung, Vergabe und Budgetplanung
  • Einbindung von Objektverantwortlichen und Mitarbeitenden zur nachhaltigen Prozessverbesserung