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Fallbeispiel:
Materialflussoptimierung in der Montage – Effizienzsteigerung im Maschinenbau

Ausgangssituation

Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen aus Süddeutschland produziert komplexe Sondermaschinen für die Automatisierungsbranche.
In den vergangenen Jahren stieg die Auftragslage deutlich – doch die Montageprozesse konnten mit dem Wachstum nicht Schritt halten.

Zentrale Herausforderungen:

  • Hohe Such- und Transportzeiten in der Montage
  • Engpässe an Schnittstellen zwischen Vormontage, Endmontage und Logistik
  • Fehlende Standards in der Materialbereitstellung
  • Unübersichtliche Lagerflächen und unklare Zuständigkeiten

Die Folge waren lange Durchlaufzeiten, hohe Umlaufbestände und ein steigender Koordinationsaufwand in der Fertigung.
Das Ziel des Projekts bestand darin, den Materialfluss in der Montage ganzheitlich zu analysieren und gezielt zu optimieren, um Durchlaufzeiten, Bestände und Wegezeiten signifikant zu reduzieren.

Ziel der Beratung

  • Reduktion von Such- und Wegezeiten in der Montage
  • Verbesserung der Materialbereitstellung und logistischen Schnittstellen
  • Optimierung der Flächenbelegung und Verkürzung der Transportwege
  • Schaffung klarer Standards und Verantwortlichkeiten
  • Steigerung der Transparenz im Material- und Informationsfluss

Projekt auf einen Blick

Projektart

Materialflussanalyse und -optimierung in der Montage

Projektzeitraum

10 Projektwochen

Beteiligte Berater

2 Berater

Vorgehensweise

  1. Analysephase:
    • Erhebung von Prozessdaten zu Transportwegen, Laufzeiten und Umlaufbeständen
    • Beobachtung der Materialbereitstellung und innerbetrieblichen Transporte
    • Identifikation von Engpässen, Verschwendungen und Doppelbewegungen
  2. Bewertung und Visualisierung:
    • Erstellung einer Wertstromanalyse der Montageprozesse
    • Visualisierung der Materialflüsse in Layoutskizzen und Spaghetti-Diagrammen
    • Ermittlung von Optimierungspotenzialen anhand von REFA-Kennzahlen
  3. Konzeptentwicklung:
    • Ausarbeitung eines Soll-Materialflusses mit klaren Bereitstellpunkten
    • Definition neuer Wegeführungen und Pufferzonen
    • Empfehlungen für Flächenanpassungen, Regalanordnung und Transportmittel
  4. Umsetzungsplanung:
    • Erstellung eines Maßnahmenplans mit Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Zeithorizonten
    • Begleitung erster Pilotumsetzungen in der Endmontage

Fachliche Umsetzung

Methodik: Methodenberatung nach REFA, Wertstromanalyse, Layoutplanung, Lean Production
Fokus: Montagebereiche, Materialbereitstellung, interne Logistik

Die REFA: Suisse Berater führten im Auftrag des deutschen Maschinenbauunternehmens eine umfassende Materialflussanalyse durch.
Im Mittelpunkt stand die Optimierung der Fließwege, Bereitstellzonen und Informationsflüsse zwischen Vormontage, Endmontage und Lager.

Schwerpunkte:

  • Aufnahme des Ist-Materialflusses über alle relevanten Montagebereiche
  • Dokumentation der Wegezeiten, Transporthäufigkeiten und Zwischenlager
  • Bewertung der Materialbereitstellungssysteme (z. B. Kommissionierung, Linienversorgung, Kanban)
  • Analyse der Arbeitsplatzlayouts und internen Transportprozesse
  • Entwicklung eines Soll-Konzepts mit klar definierten Materialflüssen, Layoutempfehlungen und logistischen Standards

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Zentrale Erkenntnisse

  • Rund 40 % der Montagezeit entfiel auf unproduktive Wege und Suchvorgänge
  • Die Materialbereitstellung erfolgte häufig unsystematisch und ohne FIFO-Prinzip
  • Engpässe an innerbetrieblichen Schnittstellen führten zu Wartezeiten und Rückstaus
  • Die Layoutstruktur begünstigte Kreuzverkehr und unnötige Transportwege

Ergebnisse:

  • Reduktion der Transportwege um 37 % durch neue Layoutstruktur
  • Bessere Flächennutzung durch standardisierte Bereitstellzonen
  • Klar definierte Materialflüsse und verbesserte Transparenz in der Montage
  • Durchlaufzeitverkürzung um 22 % im Endmontagebereich
  • Einsparpotenzial von rund 420.000 € jährlich durch geringere Wege-, Such- und Wartezeiten

Fazit

Das Projekt verdeutlicht, dass Materialflussoptimierung ein entscheidender Hebel für Effizienz und Produktivität in der Montage ist.
Durch die Methodenberatung nach REFA in Kombination mit Lean-Prinzipien und einer klaren Flächenstruktur gelang es, Verschwendungen zu eliminieren und Abläufe nachhaltig zu verbessern.
Die neu geschaffene Transparenz im Materialfluss führte nicht nur zu messbaren Kosteneinsparungen, sondern auch zu höherer Prozesssicherheit und Mitarbeitermotivation.

Empfehlungen

Für produzierende Unternehmen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Regelmäßige Materialflussanalysen zur Aufdeckung von Verschwendungen
  • Einführung von standardisierten Materialbereitstellungssystemen (z. B. Kanban, Linienversorgung)
  • Gestaltung von fließorientierten Layouts mit klaren Transportwegen
  • Einbindung der Mitarbeitenden in die Planung zur Erhöhung der Akzeptanz
  • Kontinuierliche Verbesserung des Materialflusses im Rahmen des Shopfloor Managements