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Fallbeispiel:
Leistungslohnsystem im Flugzeugbau – Produktivitätssteigerung durch Methodenberatung nach REFA

Ausgangssituation

Ein Hersteller von Energiespeichersystemen mit Produktionsstandorten in Belgien und Deutschland montiert unter anderem das Produkt Energiespeichersystem XY.
In den vergangenen Jahren stiegen die Montagezeiten kontinuierlich an – mit gravierenden Auswirkungen auf die Herstellkosten.

Die Folge:

  • Die Gewinnmarge des Produkts sank auf null.
  • Montageprozesse waren intransparent und ineffizient.
  • Die Fertigungstiefe und Abläufe sollten überprüft werden, um nachhaltige Kostensenkungen zu erzielen.

Die Unternehmensleitung beauftragte die IPIC AG mit einer Methodenberatung nach REFA, um systematisch Grundzeiten, Verteilzeiten und Verschwendungen zu erfassen und Verbesserungsvorschläge abzuleiten.

Ziel der Beratung

  • Ermittlung von Grund- und Verteilzeiten nach REFA
  • Identifikation von Verschwendungen und unproduktiven Abläufen
  • Verkürzung der Montagezeiten
  • Nachhaltige Senkung der Herstellungskosten
  • Reduktion der indirekten Personalbedarfe

Projekt auf einen Blick

Projektart

Zeitaufnahme und Prozessanalyse nach REFA

Projektzeitraum

2 Projektmonate

Beteiligte Berater

1 Berater

Vorgehensweise

  1. Vorbereitung der Zeitaufnahmen
    • Abstimmung zu Arbeitsgängen und Definition der Ablaufabschnitte
    • Festlegung der zu erfassenden Zeitarten (Rüst-, Ausführungs-, Verteilzeiten)
    • Erstellung des Studiengerüsts für die Datenerhebung
    • Information und Einbindung der Mitarbeitenden
  2. Durchführung der Zeitaufnahmen
    • Erfassung aller Arbeitsinhalte an mechanischen und elektrischen Arbeitsplätzen
    • Beobachtung planmäßiger und unplanmäßiger Tätigkeiten
    • Analyse der Materialbereitstellung und Wegezeiten
  3. Datenanalyse und Auswertung
    • Aufbereitung und Auswertung sämtlicher erfasster Zeitanteile gemäß REFA-Systematik
    • Dokumentation der Auffälligkeiten und Verschwendungsquellen
    • Entwicklung konkreter Verbesserungsvorschläge zur Steigerung der Wertschöpfung
  4. Bewertung der Fertigungstiefe
    • Prüfung, in welchen Bereichen externe Zulieferung oder Prozessanpassung sinnvoll ist
    • Identifikation von Potenzialen zur Reduktion der Vorgabezeiten

Fachliche Umsetzung

Methodik: Zeitaufnahmen nach REFA, Prozessanalyse, Optimierungsmaßnahmen
Fokus: Montageprozessabläufe

Der REFA: Suisse Berater führte eine kompakte, aber hochwirksame Zeitaufnahme durch.
Bereits nach wenigen Tagen lagen belastbare Ergebnisse zu Prozesszeiten, unproduktiven Anteilen und Verbesserungspotenzialen vor.

Schwerpunkte:

  • Mechanische und elektrische Montage
  • Materialbereitstellung und Wegezeiten
  • Nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten (z. B. Wartezeiten, Suchzeiten)
  • Optimierungspotenzialen in Fertigungstiefe und Arbeitsorganisation

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Erkenntnisse & Erzielte Ergebnisse

Die Zeitaufnahme nach REFA schuf volle Transparenz über den Montageprozess und deckte deutliche Einsparpotenziale auf.

Zentrale Erkenntnisse

  • Unklare Abläufe führten zu überhöhten Montagezeiten
  • Hoher Anteil unproduktiver Tätigkeiten (Warte-, Such- und Wegezeiten)
  • Fehlende Standards in der Materialbereitstellung und Arbeitsplatzorganisation
  • Verbesserungspotenzial in der Fertigungstiefe und Ablaufgestaltung

Ergebnisse:

  • 21 % Kosteneinsparung durch reduzierte Montagezeiten
  • 219.000 € jährliche Einsparung bei den Herstellkosten
  • Deutlich höhere Produktivität und bessere Auslastung der Montagekapazitäten
  • Reproduzierbare Zeitdaten für künftige Planungs- und Kalkulationssicherheit
  • Erhöhte Wertschöpfung durch gezielte Maßnahmen zur Prozessverbesserung

Fazit

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Zeitaufnahmen nach REFA eine fundierte Grundlage zur Prozessoptimierung in der Montage schaffen.
Durch die Kombination aus Datenerhebung, Mitarbeitereinbindung und analytischer Auswertung konnten effizientere Abläufe, geringere Kosten und stabilere Prozesse erzielt werden.

Die Erkenntnisse bilden die Basis für eine kontinuierliche Verbesserung der Montageprozesse – national und international.

Empfehlungen

Für produzierende Unternehmen empfiehlt REFA: Suisse:

  • Regelmäßige Zeitaufnahmen und Ablaufstudien zur Prozessbewertung
  • Systematische Erfassung von Verteil- und Blindzeiten
  • Nutzung der Ergebnisse für Kalkulation, Planung und Mitarbeiterschulung
  • Kombination von REFA-Methoden und Lean-Ansätzen
  • Aufbau einer kontinuierlichen Verbesserungskultur (KVP) im Montagebereich